Was bedeutet es, heute MEDEA zu sein?

Was bedeutet es, heute MEDEA zu sein?

Was bedeutet es, heute MEDEA zu sein? Wo kollidieren radikale Liebe, Mutterschaft und Gewalt mit gesellschaftlichen Regeln– und wie spiegeln sich diese Konflikte in unserem Leben wider? MEDEA – ein Feature erkundet diese Fragen künstlerisch anhand serieller dramaturgischer Prinzipien.

Drei Tage, drei Vernissages: Unter der künstlerischen Leitung von Mona Shatry und Malin Kraus loten Arbeiten von Annika Weertz, Marlene Mauer, Jana Margarete Schuler, Anna Pentzlin, Natalie Stanczak und Melinka Karrer jeweils intime Geschichten, gesellschaftliche Erwartungen und patriarchale Strukturen aus. In ihren Auseinandersetzungen mit romantischer Liebe, Mutterschaft und Gewalt entstehen neue Perspektiven auf Identität und Macht – Fragen feministischer Praxis und Reflexion.

Vernissagetage: 30. Januar 2026 (@annikaweertz und @malinvictoriakraus zu romantischer Liebe), 31. Januar 2026 (@pauermauer, Natalie Stanczack und Melinka Karrer zu Gewalt), 1.Februar 2026 (@janamargareteschuler und @annapentzlin zu Mutterschaft)

Öffnung täglich 18:30 – 23:00 Uhr mit Umbau zum Vortag

Ort:
@thecloudstudio.munich
c/o Zirka Studio

 

___________

 

Synkretismus (durchgestrichen)

 

M E L I N K A  K A R R E R/

N A T A L I E  S T A N C Z A K

 

Synkretismus (durchgestrichen), 2026

Die künstlerische Intervention von Natalie Stanczak und Melinka Karrer bewegt sich zwischen Bild und Text und hinterfragt die Naturalisierung von Geschlechterverhältnissen innerhalb kapitalistischer und kolonialer Machtstrukturen. Im Zentrum von Synkretismus (durchgestrichen) stehen zwei einander gegenübergestellte Madonnenfiguren: die aus historisch-materialistischen Gewaltverhältnissen hervorgegangene Virgen de Guadalupe und die christlich-theologisch konstruierte Jungfrau Maria, deren Bild zur Stabilisierung eines weiblichen Opferdiskurses dient.

Ein Perspektivwechsel destabilisiert die Position der Ich-Erzählung, Souveränität geht verloren, Brüche werden sichtbar. Dokumentarische Fotografien und szenische Texte reflektieren dabei nicht nur ihre Inhalte, sondern auch ihre eigenen Produktionsbedingungen. Material, Inszenierung und Herstellungsprozesse werden Teil der Arbeit.

Synkretismus (durchgestrichen) eröffnet eine kritische Auseinandersetzung mit Familien-, Geschlechter- und Machtverhältnissen, die über moralische Dichotomien hinausweist und Fragen nach Identität, Subjektivität und Kolonialität neu verhandelt.

 

Stickerei, Fotografie auf Popeline (120 g/m²), Video